Wie wird ein Fonds gemanagt? - Aktive und passive Fonds

Das Fondsmanagement

Um die richtige Anlageentscheidung oder zumindest eine erste Fonds Vorauswahl zu treffen, lohnt es sich neben dem Investmentschwerpunkt und der Strategie eines Fonds auch das Fondsmanagement bei aktiven Fonds genauer zu betrachten. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen aktiven und passiven Fonds, dabei zeichnen sich aktive Fonds durch ein vorhandenes Fondsmanagement aus. Dieses Fondsmanagement nimmt aktive Veränderungen an der Portfoliozusammensetzung des Fonds vor.
Auch können die Spielräume der Fondsmanager von Investmentfonds verschieden sein. So ist zum Beispiel die Zusammensetzung des Portfolios unterschiedlich variabel, das heißt, in einigen Fällen können Fondsmanager freier entscheiden, in anderen Fällen sind sie enger an bestimmte Vorgaben gebunden.

Bei der Anlageentscheidung lohnt es sich, Fonds auch auf ihre verschiedenen Eigenschaften hin zu betrachten. Je mehr Sie als Anleger über Fonds und das zugehörige Fondsmanagement wissen, desto besser können Sie ein diversifiziertes und aus mehreren Blickwinkeln ausgewogenes Portfolio zusammenstellen. Um zu verstehen, ob und wie sich die Zusammensetzung des Portfolios eines bestimmten Fonds im Verlauf des Anlagezeitraums verändert, lassen sich Fonds in aktiv gemanagte Fonds und passive Fonds einteilen.

Aktiv gemanagte Fonds: Bewegliches Portfolio

Bei aktiv gemanagten Fonds sind Fondsmanager damit beauftragt, die Marktsituation zu beobachten und die Zusammensetzung des Fondsportfolios je nach Ausrichtung und Vorgaben anzupassen. Es geht hierbei um die Strukturierung des Portfolios oder die Aufteilung der Anlagen des Investmentfonds. Je nach Ausrichtung des Fonds ist die Diversifikation der Investitionen auf verschiedene Formen der Anlage wie Aktien, Immobilien, Währungen, Anleihen, Rohstoffe, Edelmetalle gegeben und kann in bestimmten Anteilen variabel sein. Diese Anpassung des Portfolios, die Asset Allocation (Vermögensaufteilung), wird durch das Fondsmanagement vorgenommen, um auf Veränderungen der jeweiligen Märkte zu reagieren.

Ziel der Asset Allocation aktiver Fonds ist es, ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen. Meist wird als Vergleich die Benchmark (z.B. ein Aktienindex wie der Dax) genannt, die es zu schlagen gilt. Es gibt viele aktive Fonds, deren Fondsmanagement es schon seit vielen Jahren schafft, eine bessere Wertentwicklung als die Benchmark zu erzielen. In den meisten Fällen haben diese gemanagten Fonds einen Ausgabeaufschlag in Höhe von 5%, der beim Kauf des Fonds abgezogen wird. Deshalb ist es umso wichtiger, Fonds zu möglichst geringen Kosten einzukaufen, um so seine Rendite zu steigern. AVL Finanzvermittlung bietet 22.800 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, die Sie mit einem über AVL vermittelten Depot erwerben können. Um bei AVL Kunde zu werden, eröffnen Sie einfach direkt ein Fonds Depot über AVL oder lassen AVL als Vermittler bei Ihrem bestehenden Depot eintragen.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, gewichten die Fondsmanager entsprechend den Research-Ergebnissen einzelne Titel gegenüber dem Vergleichsindex unter oder über oder sie kaufen nur einige aussichtsreiche Aktien des Index.

Aktiv gemanagte Fonds haben insbesondere in Zeiten sinkender Aktienkurse durchaus Vorteile gegenüber passiven Fonds, da es letzteren nicht möglich ist, Aktienbestände zu reduzieren und das dadurch freiwerdende Geld in Barmittel bzw. Anleihen zu investieren, da sonst die Indexnachbildung nicht mehr gegeben wäre.

Bei seinen Entscheidungen muss der Fondsmanager nicht nur aufmerksam die Entwicklung der Börsen verfolgen und sich an die Anlagebedingungen und Grundsätze des Fonds halten, er ist in seiner Rolle auch an die geltenden gesetzlichen Bestimmungen gebunden. Dazu gehören nach deutschem Recht die Sorgfaltspflicht, das heißt, der aktive Fonds muss mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns ausschließlich im Interesse der Anteilseigner verwaltet werden. Außerdem besteht die Pflicht zur Treue und Interessenwahrung im Interesse der Anteilseigner des Investmentfonds und eine Risikominderungspflicht, die wiederum den Schutz der Anlegerinteressen durch das Leerkaufverbot, durch Regelungen zum Einsatz von Derivaten und Regeln zur Vermeidung übergroßer Risiken und Risikostreuung gewährleistet.

Fondsmanager sind auch gesetzlich an die Informationspflicht gebunden. Dazu gehört die vollständige Information der Anleger, die Verfügbarkeit eines Verkaufsprospekts, der Jahres- und Halbjahresergebnisse sowie die regelmäßige Berechnung und Veröffentlichung der Preise der Anteile entsprechend den Bestimmungen des jeweiligen Fonds. Ebenso besteht die Pflicht zur separaten Verwaltung des Fondsvermögens, um Vermögensvermengungen und Interessenkonflikte auszuschließen.

Passive Fonds: Abhängig von Kurs- oder Performanceindizes

Im Gegensatz zu den aktiv gemanagten Fonds weisen passive Fonds keine aktive Steuerung durch einen Fondsmanager auf. Trotzdem kann sich auch bei passiven Fonds die Zusammensetzung des Fonds Portfolios ändern. Dies geschieht dann automatisch nach festgelegten Kriterien. Bildet ein Fonds zum Beispiel den Deutschen Aktienindex (DAX) ab, entscheidet die Zusammensetzung des DAX über das Portfolio des passiven Fonds und kein Fondsmanagement. Die im Dax vertretenen Unternehmen können aber wechseln, ebenso kann sich die Gewichtung der Unternehmen für den Index ändern. Verlässt ein Unternehmen den Index und ein anderes rückt auf, wird das Fondsvermögen automatisch umgeschichtet. Eine Verschiebung der Gewichte innerhalb des Index hat ebenso Auswirkungen auf das Portfolio des passiven Fonds. Je besser dies gelingt, desto geringer fällt der so genannte Tracking Error aus, also die Abweichung vom Verlauf des Index. Solche Indexfonds werden als Exchange Traded Funds (ETF, börsengehandelte Fonds) angeboten.

Indexfonds sind vor allem Aktienfonds, die den vorgegebenen Index in ihrem Portfolio genau abbilden. Wenn ein Unternehmen 3,5 Prozent eines bestimmten Index ausmacht, strebt ein Indexfonds grundsätzlich danach, in seinem Portfolio einen Anteil von 3,5 Prozent an Wertpapieren des Unternehmens zu halten. Dafür ist kein eigenes Management nötig, die Anteile richten sich nach dem jeweiligen Index. Neben Aktienindizes auf nationaler Ebene wie DAX und Dow Jones gibt es auch Indexfonds, die Branchenindizes oder Globale Indizes in ihrem Portfolio nachbilden.

Zu den wichtigsten internationalen Aktienindizes zählt der MSCI World Index. Der MSCI World (Morgan Stanley Capital International) bildet die nach Börsenwert größten Unternehmen der Industrienationen ab. Ebenfalls als Vergleichsindex bekannt ist der nationale Index S&P 500 (Standard & Poor’s 500), der die Entwicklung der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen widerspiegelt.

Neben den als Indexfonds angebotenen Aktienfonds gibt es auch Fonds, die auf Rentenindizes basieren. Diese messen die Marktentwicklung auf dem Rentenmarkt, vor allem für Staats- und Unternehmensanleihen. Rentenindizes können sich auch auf bestimmte Teilmärkte beziehen, also nur auf Währungen, Pfandbriefe, Staatsanleihen, bestimmte Regionen und Restlaufzeiten bestimmter Wertpapiere.

Indexfonds unterscheiden sich auch in zwei Arten von Fonds, die entweder Performanceindizes oder Kursindizes abbilden. Während in einem Performanceindex sämtliche Erträge, also auch Dividenden in die Berechnung einbezogen werden, messen Kursindizes ausschließlich die Kursentwicklung der im Index enthaltenen Werte, die um alle Erträge oder Sonderzahlungen bereinigt sind. Performanceindizes messen die Gesamtperformance, Kursindizes ausschließlich die Entwicklung des Kurses.

Ein genauer Blick auf das Fondsmanagement lohnt sich

Die Anbieter passiver Fonds versuchen mit dem meist aus Aktien bestehenden Fondsvermögen möglichst genau die Wertentwicklung der Benchmark, dabei handelt es sich fast immer um einen Index, zu erreichen. Veränderungen im Fondsportfolio gibt es nur dann, wenn sich die Zusammensetzung des Index ändert. Für Anleger ist die Entwicklung solcher Fonds einfach zu beobachten, da sie nahezu identisch mit dem Kursverlauf der Benchmark ist.

Aktiv gemanagte Investmentfonds hingegen zeichnen sich durch eine gezielte Auswahl nach gründlicher Analyse des Marktes und der Unternehmen aus. Dabei versucht der für den Fonds verantwortliche Manager den Vergleichsindex zu übertreffen. Mit Umschichtungen kann auf die aktuelle Marktlage und absehbare Entwicklungen besser reagiert werden. Dabei können gut geführte aktiv gemanagte Fonds erfolgreicher sein als passive Fonds.